Wappen der Stadt Steinach/Thüringen - Stadt der LebensArt und des Sports

Gostyn

Seit dem 17. November 2012 sind die Städte Gostyn (Polen) und Steinach (Deutschland) durch eine offizielle Städtepartnerschaft miteinander verbunden.

Der Initiates file downloadVertrag wurde im Rahmen einer festlichen Veranstaltung geschlossen. Aus diesem Anlass weilte vom 15. November bis zum 18. November 2012 eine 16-köpfige Delegation aus Gostyn mit ihrem Fahrer in Steinach.

Mit dem Bürgermeister Jerzy Kulak an der der Spitze besuchten uns Vertreter des Gostyner Stadtrates, Vertreter von Vereinen und Verbänden, der Presse, des  Jugendbeirates und der Stadtverwaltung.

In den vier Tagen konnten wir unseren polnischen Gästen Steinach ein Stück näher bringen. So besuchten wir unter anderem das Deutsche Schiefermuseum, die Nordschule, die Skiarena und das Fellbergstadion.

In einem kommunalpolitischen Gespräch am 16. November 2012 im Steinacher Rathaus hatten die Vertreter der beiden Stadträte Gelegenheit, sich über aktuelle Probleme und Vorhaben in beiden Städten auszutauschen. Dabei wurde schnell klar, dass beide Städte insbesondere bei der Bevölkerungsentwicklung und dem Ausbau der örtlichen Infrastruktur vor ähnlichen Problemen stehen.

Um den Vertretern der polnischen Delegation die Gelegenheit zu geben, auch "inoffiziell" mit Vertretern der Steinacher Vereine, Schulen, des Stadtrates und der Presse ins Gespräch zu kommen, fand ebenfalls am 16. November ein gemeinsames Abendessen. Dabei sind auch die ersten persönlichen Kontakte geknüpft worden.

Die Vertragsunterzeichnung erfolgte im Rahmen der Festveranstaltung in Gegenwart unserer Landrätin Frau Christine Zitzmann, der Bundestagsabgeordneten Frau Carola Stauche und dem Mitglied des Landtages Herrn David Eckardt.

In ihren Ansprachen gingen die Bürgermeister noch einmal auf die Geschichte der langjährigen Beziehungen zwischen Gostyn und Steinach ein. Hierbei wurden vor allem die Verdienste der Sportler und hier insbesondere die besonderen Bemühungen Franz Leipolds gewürdigt.

Initiates file downloadAnsprache des Steinacher Bürgermeisters Ulrich Kurtz

Initiates file downloadAnsprache des Gostyner Bürgermeisters Jerzy Kulak

Nun gilt es, die Vereinbarung mit Leben zu erfüllen. Eine erste Gelegenheit steht bereits ins Haus. Für das erste Juniwochenende im nächsten Jahr ist Steinach eingeladen, am Gostyner Stadtfest teilzunehmen.

Wir danken allen Helfern, die mit dafür gesorgt haben, dass das Treffen ein voller erfolg war. Dies gilt in besonderer Weise dem Team des Outdoor Inn, der Leiterin der Nordschule, Frau Petra Heppner, Herrn Roland Wozniak, den Mitarbeitern der Skiarena, den Teams der "Kulinarischen Weltreise", des "Berghotels zum Silbersattel", Thomas Greiner und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Sollten wir an dieser Stelle jemanden vergessen haben, bitten wir um Nachsicht.

Ein ganz besonderer Dank gilt nicht zuletzt auch der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, ohne deren großzügige finanzielle Zuwendung das Treffen nicht zustande gekommen wäre.

 

 

Gostyn stellt sich vor

Es gibt Orte in Polen, die man gesehen haben sollte. Nicht nur wegen ihrer schönen Lage oder der Landschaft, auch nicht nur wegen ihrer außergewöhnlichen Architektur, ihrer Geschichte oder ihrer Helden. Es lohnt sich, einfach die Magie der Vergangenheit und Reiz der Gegenwart kennen zu lernen. Ein solcher Ort ist auch Gostyn.

Stadt und Gemeinde Gostyn gehören zum südwestlichen Teil der Wojewodschaft Großpo-len. Die Stadt ist am Fluss Kania, 70 km südlich von Pozna? (Posen) und 100 km nördlich von Wroc?aw (Breslau) gelegen. Sie liegt inmitten einer malerischen Hügellandschaft und ist von Wäldern und Wiesen umgeben, die eine reiche Fauna und Flora aufweisen.

In der Stadt- und Landgemeinde leben fast 28.000 Menschen. Etwa drei viertel der Einwohner leben unmittelbar in der Stadt Gostyn. Die übrigen Einwohner leben verteilt in den angrenzenden Dörfern.

Eine Stadt mit Tradition

Gostyn wurde am 1. April 1278 auf Geheiß des Fürsten Przemysl II gegründet. Die Stadt wurde auf kleinen Inseln im Altwasser des Flusses Kania erbaut. Die Lage an der Verbindungsstrecke Poznan — Wroclaw begünstigte ihre Entwicklung.

Seine Blütezeit erlebte Gostyn im 15. und 16. Jahrhundert. Neben dem Handel diente das Handwerk verschiedener Zünfte den Einwohnern als Haupteinnahmequelle. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Zentrum der Reformation. 1565 fand hier die Synode der Andersgläubigen Großpolens statt.

Das 18. Jahrhundert brachte aufgrund zahlreicher Kriege und Epidemien einen wirtschaftlichen Rückgang. Seit der polnischen Teilung von 1793 lag Gostyn im damaligen Südpreußen. 1887 wurde schließlich der Kreis Gostyn gegründet und bald darauf entstanden erste Eisenbahnverbindungen. Bis zur staatlichen Unabhängigkeit Polens 1918 war Gostyn ein wichtiges Zentrum der polnischen Nationalbewegung. In der Zwischenkriegszeit war die soziale und wirtschaftliche Lage schwierig. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen am 6. September 1939 in Gostyn begann die fast sechsjährige Okkupationszeit. Gleich zu Beginn, am 21. Oktober 1939, wurden in einem Terrorakt gegen die Zivilbevölkerung 30 Einwohner Gostyns und der Umgebung auf dem Marktplatz erschossen. Mit der Einnahme der Stadt durch die russische Armee am 27. Januar 1945 endete die deutsche Besatzung.

Nach dem Krieg erlebte die Stadt eine schnelle und positive Entwicklung, die trotz gelegentlich schwieriger Zeiten, bis heute anhält. Insbesondere nach 1990, als die Einwohner begannen, sich wieder selbst verantwortlich zu fühlen, bekam die Stadt ein neues Gesicht. 

Spuren der Vergangenheit 

Eine wahre Perle der Architektur ist die Basilika auf dem Heiligen Berg bei Gostyn. Die Barockkirche wurde 1675-1698 nach dem Vorbild von Santa Maria della Salute in Venedig erbaut, und zwar nach einem Plan des italienischen Architekten Baldassare Longhena. Es ist ein Zentralbau mit einer mächtigen Kuppel. Diese Kuppel zieren im Jahr 1746 geschaffene Fresken von Georg Neunhertz mit Szenen aus dem Leben des hl. Filippo Neri. Die reiche Innenausstattung ist hauptsächlich im Stil des Barock und Rokoko gehalten. Der Hauptaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zeigt ein Wunderbild der Muttergottes von 1540 mit dem Panorama von Gostyn im Hintergrund.

Das älteste Gebäude in Gostyn ist die St. Margarethen-Stadtkirche, die im 15. Jahrhundert erbaut und danach mehrmals umgestaltet wurde. Heute ist sie ein stattliches spätgotisches dreischiffiges Ge-bäude mit einem viereckigem Turm. Der Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1640.

Die Heilig-Geist-Kirche wurde 1909 errichtet und ist ein ehemals protestantisches Gotteshaus, das im Stil der Neurenaissance erbaut und nach dem Zweiten Weltkrieg in eine römisch-katholische Kirche umgewandelt wurde.

Besonders sehenswert sind auch die Häuser in der heutigen Fußgängerzone, die im 18. und 19. Jahrhundert erbaut wurden.

Das Rathaus zu Gostyn entstand 1910-1912. An der Vorderseite ist eine Gedenktafel angebracht, die an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors erinnert.

Das Gebäude, in dem sich der Sitz des Landrates, der Landkreis- und der Stadtverwaltung befindet, wurde 1900 zur Nutzung freigegeben. Beachtung verdienen vor allem kunstvolle Details im Putz.

1924 entstand das Gebäude des heutigen Allgemeinbildenden Lyzeums. Ähnlich wie das 1929 auf dem Marktplatz errichtete Denkmal des Herzens Jesu Christi wurde es als ein Ausdruck der Dankbarkeit für die Wiedererlangung der Freiheit angesehen. Das Denkmal wurde während der deutschen Besetzung zerstört. Die Einwohner sammelten Geld für eine Kopie, die im Jahr 2000 feierlich eingeweiht wurde. 

Gostyn heute 

Heute ist Gostyn ein bedeutendes Zentrum im südwestlichen Großpolen. Für die Einwohner der Gemeinde stellt die Arbeit in der Industrie, in der Landwirtschaft und im Dienstleistungssektor die wichtigste Einnahmequelle dar. Der Jugend steht ein Netz moderner Schulen zur Verfügung.

Reich ist auch das kulturelle Angebot. Der Stolz der Stadt ist die Staatliche Musikschule, die seit 1993 ihren Sitz im wieder aufgebauten und res-taurierten Schützenhaus hat. Dort ist auch ein Konzertsaal untergebracht. Im Park bei der Schu-le befindet sich eine Konzertbühne.

Eine der lokalen Attraktionen ist das Festival der klassischen Musik „Musica Sacromontana“, das seit 2006 immer im Herbst in der Basilika auf dem Heiligen Berg stattfindet. Hochkarätige Sänger und Musiker von nah und fern kommen hierher, um Werke der hiesi-gen Komponisten von vor 200 Jahren neu zu interpretieren.

Zehntausende Besucher kommen jeden Sommer nach Podrzecze bei Gostyn, um dort Rekonstruktionen historischer Gefechte zu sehen. Man kann hier kinoreife Action und Paraden alter Militärfahrzeuge erleben.

Diese Veranstaltungen werden von hiesigen Vereinen organisiert. Auch viele andere Organisationen tragen mit interessanten Projekten zur Vielfältigkeit der Stadt bei und binden die Einwohner dabei aktiv ein. 

Wirtschaft 

Die Stadt Gostyn ist im ganzen Land und weit darüber hinaus bekannt für Milchprodukte, Glasverpackungen, Zubehörteile für die Automobilindustrie, Kräutertees und Zucker. Da-neben ist die Gegend von Gostyn ein bedeutendes „Kutschenrevier“. Pferdewagen gehen von hier in alle Welt.

Im ländlichen Gebiet sind vor allem Viehzüchter sowie Milchproduzenten tätig.

Die Gemeinde Gostyn hat zur Förderung von Investitionen auf dem Gemeindegebiet zahlreiche Steuererleichterungen eingeführt. Auch das Industriegebiet wird ständig vergrößert. Investoren können mit Unterstützung bei der Erledigung von Ämter- und Behördengängen rechnen sowie von einem Bürgschaftsfonds Gebrauch machen. Um die Belange der kleinen und mittleren Un-ternehmen und um die Ein-Personen-Gesellschaften kümmert sich der Verein für Wirtschaftsförderung im Landkreis Gostyn. 

Natur 

Die Umgebung von Gostyn ist wunderbar geeignet, um aktiv im Schoß der Natur seine Freizeit zu gestalten. Im Naturschutzgebiet unweit von Stary Gostyn kann man echte Sumpfpflanzen und im Ostrowoer Wald einige Steppenpflanzen finden.

Abwechslungsreiche Fahrradtouren führen durch die Stadt und die Umgebung. Die Stadt baut das Radwegenetz ständig aus.

Zahlreiche Umweltschutzinvestitionen haben dazu beigetragen, die Reinheit der Gewässer zu verbessern und dem Naturschutz Rechnung zu tragen.

Aktive Freizeitgestaltung 

Das Gostyner Zentrum für Sport und Erholung sowie zahlreiche Sportvereine und Klubs bieten ein breites Angebot zur Freizeitgestaltung.

Neben den beliebtesten Sportarten, wie Fußball und Volleyball, ist Kegeln eine echte Gostyner Spezialität. Die Kegelhalle ist mit modernster Technik ausgestattet und häufig Schauplatz von internationalen Wettkämpfen. Aber auch mehrere hundert Personen kegeln in den Gostyner Amateurligen.

Karatekämpfer werben während der zahlreichen Turniere für die Stadt, genauso wie die Radfahrer auf den Straßen des ganzen Landes. Seitdem eine Schwimmhalle erbaut wurde, gibt es auch viele Schwimmer. Ganz neu ist die Halle, wo im Winter eine Eisbahn und im Sommer ein Tennisplatz zur Verfügung stehen.

Die Sportplätze sind zwischen Frühjahr und Herbst bis in die späten Abendstunden besetzt. Für die jungen Gostyner Fußballspieler ist Nationalspieler Andrzej Juskowiak ein Vorbild. Der Torschützenkönig bei den Olympischen Spielen in Barcelona (1992) begann seine Karriere in Gostyn. Später spielte er u. a. in der 1. Bundesliga für Mönchengladbach (1996-98), Wolfsburg (1998-2002) und Cottbus (2002-03). Jetzt ist er TV-Experte. Kania Gostyn, sein erster Klub, ist seit Jahren für seine hervorragende Jugendarbeit bekannt. 

Auslandsbeziehungen 

Gostyn hat umfangreiche Kontakte ins Ausland. Die Partner sind Franzosen aus der Gegend von Rouen, Letten aus Kekava b. Riga und Georgier aus Ninotsminda.

Seit etwa 40 Jahren arbeiten die Gostyner Einwohner mit Dresdnerinnen und Dresdnern zusammen. Es besuchen sich nicht nur die Kriegsveteranen, die die Vorreiter dieser Ver-bindung sind und viel zur Ausweitung der deutsch-polnischen Versöhnung beigetragen haben, sondern auch Handwerker, Sportler, Musiker, Briefmarkensammler, Historiker und Mitarbeiter der Verwaltungen. Gostyn und Dresden sind der Beweis dafür, dass sich trotz einer schwierigen Geschichte und vieler Vorurteile eine Freundschaft aufbauen lässt, für die weder die Größe einer Stadt noch die Entfernung oder irgendwelche anders gearteten Gegensätze von Bedeutung sind.

Deutsch-Polnische Schulpartnerschaft

Am 13. Mai 2014 wurde zwischen der Opens external link in new windowNordschule Steinach und dem Opens external link in new windowGostyner Gymnasium Nr. 1 ein Partnerschaftsvertrag geschlossen.

 

Die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrer beider Schulen sollen insbesondere:

- das Leben der Menschen, vor allem der Jugendlichen, in den Partnerländern kennenlernen,

- das Lernen der Jugendlichen an den Partnerschulen miterleben und am Unterricht in den Schulen teilnehmen,

- das Familienleben in den Partnerländern kennenlernen und aktiv daran teilnehmen,

- Bräuche und Sitten der Partnerländer erleben,

- die Geschichte und Geographie der Partnerländer studieren und dazu ausgewählte historische, architektonische und Naturdenkmäler besichtigen,

- gemeinsam historische Ereignisse, die die Partnerländer betreffen, aufarbeiten,

- gemeinsam länderübergreifende Projekte bearbeiten,

- lernen, Konflikte friedlich auszutragen,

- Einblicke in die Politik der Partnerländer erhalten und Kommunalpolitik vor Ort erleben,

- Meilensteine der Kunst und Kultur der Partnerländer kennenlernen,

- Verständnis für die fremde Kultur aufbringen,

- sich Grundlagen zum Verstehen der Fremdsprache aneignen.

 

Hierzu soll ein regelmäßiger Schüleraustausch stattfinden. Der erste Besuch von Steinacher Schülerinnen und Schüler sowie Lehrern erfolgte vom 12. bis 18. Mai 2014.

Partner der Stadt Steinach / Thüringen

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